Quo vadis, Dresden?

Dass der Kunstfeler aus Dresden stammt ist kein Geheimnis. Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr dort wohne, fühle ich mich doch sehr verbunden mit der Stadt. Sie hat ein reiches und vielfältiges Kulturleben, in dem alle Menschen Platz haben. Gerade die Abwechslung und Vielfalt, die sich letzten Endes im kulturellen Schaffen niederschlägt, macht einen großen Reiz der Stadt aus. Umso unerträglicher finde ich die momentane Situation.

#HerzstattHetze

HerzstattHetze
Zu #HerzstattHetze, einem Sternlauf als Gegendemonstration, haben unterschiedliche Bündnisse aufgerufen. Sie wollten Pegida an deren erstem Jahrestag nicht einfach so das Feld überlassen, sondern zeigen, dass Dresden weit mehr zu bieten hat als tumbe Idioten, die montags ihr Schild, ihren Galgen und ihre Gesinnung ausführen. Dem voran ging eine Welle der Solidaritätsbekundung in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #IchbinDresden, die Geschehnisse selber lassen sich bei Twitter unter #dd1910 nachlesen.

„Die Zivilgesellschaft von Dresden ist im Arsch“

Was so friedlich mit vielen tausend Menschen, die sich an den Sammelpunkten trafen oder zu den Läufen dazustießen, startete, endete leider ganz anders. Es endete damit, dass sich Vertreter der Presse fürchteten, weiter zu berichten und lieber das Feld räumten. Es endete damit, dass ein Marokkaner von einem Mob verfolgt und verletzt wurde. Dass Akif Pirinçci auf der Pegida-Bühne „Die KZ sind ja leider derzeit außer Betrieb.“ sagt. Dass das friedliche Postplatzkonzert nahezu ohne Polizeischutz von gewaltbereiten Rechten angegriffen wird und abgebrochen werden musste. Und leider mit noch viel mehr Zwischenfällen.

Laut der Polizei Sachsen sind das offenbar nur die berühmt-berüchtigten „bedauerlichen Einzelfälle“, denn in ihrer Erklärung steht darüber kein Wort. Ich möchte nicht beschönigen, dass es Krawallmacher in allen politischen Lagern gibt, aber solche Tweets lassen mich dann schon zweifeln…

Quo vadis, Dresden?

Wie willst du damit weiterhin umgehen, dass rassistischer Meinung eine breite Öffentlichkeit gegeben wird? Was können dein Kulturleben und die Kulturschaffenden dafür tun, dass endlich mehr Leute ihren Arsch hoch bekommen und zeigen, dass Dresden aus einer großen menge friedlicher Menschen besteht, die mitnichten das Gedankengut von Pegida unterstützen? Es muss mehr sein als nur das Licht auszuknipsen, damit die barocken Bauwerke nicht mehr in der Berichterstattung im Hintergrund auftauchen!

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