Impuls der Zeit

 

Impuls der Zeit – ein (Gast-)Beitrag zur Bloggerparade des Medienforums Mittweida von Elisabeth Stiehler



Impulsgeber der Zukunft: wonach wir uns richten werden

Es war im Sommer 2012: Ich sitze mit ein paar anderen Medienstudenten im Mittweidaer Freibad und genieße das schöne Wetter. Eine Freundin ist fertig mit schwimmen, möchte einfach nur noch auf der Wiese entspannen. Wir haben Zeitschriften mit und einige spielen Karten. Doch sie holt aus ihrer Tasche ein Buch – „Shades of Grey“.

Das Buch war der Hit des Jahres, führte unter anderem in den USA und Großbritannien Bestsellerlisten an. Laut Wikipedia zählt der erste Band der Trilogie als das schnellste jemals verkaufte Taschenbuch in Großbritannien – noch vor „Harry Potter“.

So liegt meine Freundin im Freibad und liest in aller Öffentlichkeit ein Buch, in dem Sado- Maso-Sexpraktiken geschildert werden. Ein paar Tage später stellt sie ein neues Titelbild bei Facebook ein – es zeigt sie beim Lesen dieses Buches. Ist es normal, sich ungehemmt mit einem „Pornobuch“ in der Öffentlichkeit zu zeigen? Ja! Seit „Shades of Grey“ ist es das. 

Ein Buch verändert die Gesellschaft

Der riesige Erfolg von „Shades of Grey“ hat Sex-Literatur und auch das sprechen über Sexpraktiken gesellschaftsfähiger gemacht. Bücher, die sonst in der Buchhandlung im hintersten Regal ganz unten standen, stehen jetzt im Schaufenster. Der Käufer muss seinen Lesestoff nicht verstecken, denn mehrere Millionen andere Deutsche interessieren sich auch für solche Romane. Unsere Gesellschaft hat sich entwickelt – der Impuls kam von einem Buch.

Das Medienforum Mittweida fragt: „Wer sind die Impulsgeber der Zukunft? – Wonach werden wir uns richten?“ Meine Antwort ist da ganz klar. Die Impulse gehen oft von Medien aus, von denen wir es am wenigsten erwarten. 

Das Internet wird überschätzt

Heute ist das Internet allgegenwärtig. Wir kommunizieren in Echtzeit. Wir senden Informationen kurz und knapp. In 140 Zeichen. Für viele scheint das die einzige Zukunft zu sein und die klassischen Medien wurden schon so oft tot geschrieben – vor allem Print.

Doch so weit wird es nicht kommen. Die Medienlandschaft verändert sich zwar rasant, verändert sich ständig, doch auch Fernsehen, Radio und Print sind weiterhin Leitmedien. Sie beeinflussen die Menschen auf ihre Weise, werden von vielen gehört und gesehen, sie decken Skandale auf und setzten Zeichen – immer wieder.

Mein Beispiel zeigt, dass auch das langsamste aller Medien, das Buch, noch Impulse sendet, nach denen sich unsere Gesellschaft richtet. Deswegen mein Tipp an alle Medienmacher und Digital Natives: Unterschätzt die anderen Medienkanäle nicht!

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