Flut-Kulanz, Marke Deutsche Bahn

Unzählige Bilder gingen in der vergangenen Woche durch die Medien, viele von ihnen hatten mit Wasser zu tun. Erneut, nach 2002, hatte der osten Deutschlands mit Fluten zu kämpfen.
Einzig den Enten ist das viele Wasser recht
Auch ich blieb davon nicht unverschont: Bereits bevor es Dresden traf, hatte ich Schwierigkeiten, nach Mittweida zu gelangen. Dort war die Zschopau auf ein kaum gekanntes Maß angeschwollen, woraufhin Mittweida kurzzeitig zu einer von außen nicht zu erreichenden Insel wurde. Auch vor unserem Haus stand das Wasser. Dort war es allerdings der Schwanenteich, der über die Ufer getreten war und nun kontinuierlich gen Straße lief. Mit kontinuierlichen Abpump-Aktionen konnte man dem Problem zum Glück Herr werden.
überflutete Allee in Thüringen
Stärker beunruhigt hat mich da die Tatsache, dass ich am Montag mit dem Zug nach Frankfurt zum Frankfurter Tag des Onlinejournalismus wollte. An und für sich ist das keine beunruhigende Tatsache, das Wetter tat jedoch sein übriges. Doch entgegen aller meiner Befürchtungen kamen die Züge pünktlich. 
Bei unserer Fahrt durch Mitteldeutschland konnten wir uns einen Eindruck von dem verschaffen, was da noch auf uns wartete: Viel Wasser. Erschreckende Massen an Wasser sprudelten unter den Brücken und überfluteten Siedlungen und Felder, sodass es teilweise so aussah, als würde der Zug sich seinen Weg durch eine riesige Seenlandschaft bahnen. Ein wenig mulmig wurde uns vor allem mit Blick auf die Wetterprognosen: Regen im Osten Deutschlands, viel Regen. So etnschied ich mich also nach einem erfolgreichen Drehtag in Frankfurt, am Dienstag direkt nach Dresden durchzufahren, ohne noch mal in Mittweida vorbeizuschauen. 
Flut-Seenlandschaft
Zeitlich war alles sehr eng bemessen: Von Früh bis zum Nachmittag drehten wir und hörten spannende Vorträge, bereits vor der Abschlusdiskussion allerdings mussten wir zum Bahnhof, um den letzten Zug in die Heimat noch zu bekommen. Währenddessen kamen immer mehr dramatische Meldungen aus Dresden, für mich stand fest: Ich muss heim. In Frankfurt suchten wir somit zuerst das Bahn-Servicenter auf. Der dortige Empfangsmitarbeiter war nicht sonderliche motiviert und verwies uns an eine missmutige Kollegin, die sich unseren Fall schildern ließ. Das Problem an der Sache war nämlich, dass wir bereits ein Ticket hatten, welches auf meinen Namen lief. Ein Sparticket für zwei Personen, auf welchem meine Ausweisnummer vermerkt war. Unsere Bitte war, ob man aus Kulanz das Ticket auf den Namen meines mitreisenden Technikers umtragen könnte, sodass ich im Zug nachlöse und nach Dresden durchfahre, denn dorthin fuhr der Zug ohnehin. Wir bekamen mitgeteilt, dass das nicht möglich wäre. Mit einem schnippischen Lächeln meinte die Dame von der Bahn noch zu „Hätten Sie sich halt kein Sparticket gekauft.“ zu uns und meinte, wir können ja aber gerne noch eine Nummer ziehen und uns am Schalter anstellen. Da der Zug bereits in 20 Minuten fuhr und am Schalter ellenlange Schlangen standen, verzichteten wir, ziemlich wütend darauf. 
Ich sollte also erst nach Mittweida mitfahren, da sonst mein Mitfahrer nochmal extra gezahlt hätte. Obwohl er eine Fahrkarte hatte – auf der eben nur leider meine, nicht seine Ausweisnummer vermerkt war. Auf dem Weg zum Zug nahm ich via Twitter Kontakt zur Deutschan Bahn auf. Was folgte, war ähnlich dem, wie ich es im Service-Center erlebte:

Danach kam nichts mehr, die Diskussion war beendet. Natürlich ist mir klar, dass die Bahn nicht die Wohlfahrt ist, aber wir wollten ja nichts unmögliches. Was wir wollten war eine Umtragung des Tickets auf meinen Mitfahrer, sodass er nicht noch mal extra von Riesa bis Mittweida zahlen muss. Ich hätte von Riesa nach Dresden dann extra gezahlt. Da führte allerdings kein Weg hin. Und so standen wir in einem übervollen Zug mit der Aussicht darauf, dass ich erst am darauffolgenden Tag nach Dresden fahren könnte.

Doch siehe da: es gab doch noch eine Lösung. In Weimar wechselte das Zugpersonal und cih sah meine letzte Chance gekommen, doch noch eine Einigung zu erzielen. Als der Zugbegleiter zur Fahrkartenkontrolle durch den Zug kam, sprach ihn ihn an und schilderte unser Problem. Im Gegensatz zu allen anderen Kollegen der Bahn, zu denen ich an diesem Tag Kontakt hatte, zeigte er Verständnis für unsere Situation. Er ließ sich unser Ticket und den Ausweis meines Mitfahrers geben und trug die Ausweisnummern und Namen handschriftlich um. Außerdem schrieb er noch ein paar Zeilen, seine Dienst- und seine Mobilnummer darunter, falls es im Regionalzug Probleme geben sollte. Mich wiederum nahm er nach Dresden mit – sogar ohne, dass ich noch etwas dazuzahlen musste! Das war wirklich Kulanz und Balsam für unsere dann doch ganz schön strapazierten Nerven.

Danke, lieber Zugbegleiter, für deine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s