Post an Wagner

Wenn mich etwas aufregt, dann sind es die grässlichen Meinungsäußerungen eines gewissen Herrn FJ Wagner in der B*LD. Weil man auf diese Seite ja aber nicht verlinkt, habe ich die aktuellen geistigen Ergüsse Herrn Wagners mal direkt hier – kommentiert, versteht sich.

Liebe Sexismus-Debatte,

Seit wann ist eine Debatte „lieb“?  Aber okay. Hallo Herr Wagner,

ich bin deprimiert, unsicher, habe Angst, ein Brüderle zu sein. Sieben Regeln deshalb.

Ich kann das verstehen. Wenn ich Sie wäre, wäre ich auch deprimiert und unsicher. Zum Beispiel weil ich andauernd dazu gezwungen werde, mein nichtvorhandenes rhetorisches Talent für ein Rudel maximal mittelmäßig gebildeter Leser einer großen deutschen Tageszeitung auszubeuten. Dazu kommen noch schlechte Wortspiele – ich fühle mit Ihnen.

1. Trage jetzt auch nachts Sonnenbrille, um die ewige Sucht des männlichen Blicks zu verbergen.

Ach, sie glotzen also, geben das zu, wollen das Glotzen nur in Zukunft weniger offensichtlich gestalten. Soso.

2. Ich werde niemals an einer Bar sagen, dass es ein Wunder sei, dass wir uns hier treffen.

Dabei wäre es ein Wunder, wenn wir uns mal an einer Bar träfen, denn wenn ich so drüber nachdenke glaube ich kaum, dass wir die gleichen abendlichen Amusementlokalitäten teilen.

3. Statt in die „Paris Bar“ zu gehen, verbringe ich meine Nächte in einem Meditationszentrum.

Ganz ehrlich? Es würde Ihnen guttun. „Paris Bar“ klingt doch eher nach Kaschemme und leichten Mädchen.

4. Auf Partys spreche ich nur noch über ausgetrocknete Landschaften und über Venedig, das irgendwann untergehen wird.

Denken Sie, dass sie das schaffen? Wenn Sie sich ein bisschen Mühe geben, ist das aber sicher eine Erleichterung für jeden Besucher dieser Party.

5. Ich sage zum Ober, der uns einen neuen Wein einschenken will – bitte Mineralwasser.

 Mit Alkoholismus macht man ja eigentlich keine Späßchen, ne? Aber Selbsterkenntnis ist ja der erste Schritt auf dem langen Weg der Besserung.

6. Ich schaue nie mehr dem anderen Geschlecht in die Augen, denn ich muss ein Fremder sein.

Und ich bin mir sicher, dass viele Frauen sich darüber freuen werden, Ihnen fremd zu bleiben! Außerdem: Wollten Sie nicht eine Sonnenbrille tragen?

7. Ich gehe allein nach Hause. Ein paar Stufen … Aufzug, dritter Stock.

Tschüüüüß! (Aber ganz im Ernst… kommt doch auch sonst keine mit!)

Ich werde niemals mit meinen Regeln eine Frau finden, die mich liebt.

…was durchaus auch an Ihren Ansichten, ihrem Geschreib und ihrem Macho-Populismus liegen könnte.

In der Debatte geht es nicht um Liebe. Es geht um dümme Sprüche, Fummeln, Alkohol.

Bingo! Es geht nicht um Liebe! Hat aber, außer Ihnen, auch vorher niemals jemand behauptet! Was mal wieder beweist, dass Sie nichts, aber auch gar nichts begriffen haben – weder von der kompletten #Aufschrei-Debatte noch von den Frauen.
 

Herzlichst
F. J. Wagner

Mindestens ebenso herzlich,
thg

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2 Gedanken zu “Post an Wagner

  1. Meditationsraum = Drogenhöhle?!
    Und zu den „ich schaue niemals mehr Frauen in die Augen“ – möchte nicht wissen, was DER unter „Augen“ versteht.
    Weißt du, was mich richtig anstinkt und schizophrener Weise fast schon amüsiert: man hat den Eindruck, dass die gelbe Partei ihrem „Brüderchen“ sogar noch den Rücken freihält. Gibt hässliche Abzüge im Wahljahr, so hoffe und denke ich. 🙂

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