Duell der Tatort-Komissare

Duell der Tatort-Komissare
Axel Prahl folgt Jan-Josef Liefers auf dem weißen Hirsch

Wenn Schauspieler singen, muss das nicht zwingend etwas Gutes heißen und singende Tatort-Kommissare sind, spätestens seit Manfred Krug alias Hauptkomissar Stoever, kein Novum mehr. Diese zwei Weisheiten gingen dem Konzert von Axel Prahl (dem münsteraner Tatort-Hauptkomissar Thiel) am vergangenen Freitag, den 13., auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch voraus. Zahlreich strömte der Regen am Tage, ebenso zahlreich aber auch die Besucher zum ausverkauften Platz im Wald, um sich von Prahls sängerischen Qualitäten zu überzeugen. Der zeigt sich ja in seiner Tatort-Rolle als ein bisschen knarziger, etwas eigener, aber irgendwie liebevoller Charakter – und so präsentiert er sich auch auf der Bühne. Gemeinsam mit dem Inselorchester, einer bunt zusammengestellten Band um Danny Dziuk, präsentierte er Songs aus eigener umd fremder Feder.

Während der erste Konzertteil von Bearbeitungen bekannter und weniger bekannter Songs von Rio Reiser, den Beatles, Gerhard Gundermann und anderen Komponisten geprägt war, sang Prahl nach der Pause vor allem Prahl: Lieder von seinem ersten Album „Blick auf’s Mehr“aus dem Jahr 2011, die Prahl so präsentieren, wie er sich sieht: ein bisschen knarzig, etwas eigen – aber irgendwie liebevoll. Am ehesten lassen sich Prahl und seine Musik vielleicht mit „Element of Crime“ vergleichen, pflegt deren Frontmann Sven Regener doch einen ähnlich knurrigen Ton in Texten und Stimme.
Lediglich in wenigen Punkten ähnlich allerdings war dieses Konzert dem von Prahl/Thiel-Kollegen Liefer/Börne: Der Münsteraner-Tatort-Pathologe brachte in einem ebenfalls ausverkauften Konzert an gleicher Stelle nur einige Wochen vorher bei nahezu identischer Wetterlage den „Soundtrack seines Lebens“ zu Gehör, dieser Bestand allerdings aus viel Gerede und ausschließlich gecoverten Songs. Nicht, dass Prahl nicht zwischenrein auch etwas schwatzhaft war. Im Gegenteil zu Liefers kam man sich aber diesmahl eher wie in gemütlich-schwatzhafter Wohnzimmerathmosphäre als bei einer Lesung vor. Und natürlich ist die Einstufung von Gesangskünsten stets sehr subjektiv, aber wo Prahl mit seiner Stimme arbeitete und facettenreich unterstützt vom außergewöhnlich(Violine, Viola, Cello, Klarinette/Flöte/Sax, Piano, Bass, Drums) besetzten Inselorchester seine und andere Texte illustrierte, gleichtönte Liefers mit schöner, aber unzureichend ausgebildeter (oder einfach nur einseitig genutzter) Stimme zur Schrammelgitarre.
Klar, von einem „Sängerwettstreit“ zu sprechen ist in diesem Falle natürlich, schon durch die von vornherein unterschiedliche Profilierung der Konzerte, völlig daneben. Aber trotzdem:Mag in einem Münsteraner Tatort der entscheidende Schritt zur Lösung eines Falles auch häufig von Herrn Börne kommen – im direkten Gesangsvergleich sprechen sämtliche Indizien und Beweise klar für Axel Prahl!
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