Wienbilder VI

Heureka! Der letzte Tag Wien, die letzten Fotos, bevor dieser Blog von einem puren Urlaubsbericht wieder in das mutiert, was er vorher war: ein Sammelsurium der unterschiedlichsten Dinge. Ich halte es diesmal auch kurz, daher:
Sonntagsfotos
Tschüss, Wien, war schön bei dir!
Ohne einen Besuch im Leopold Museum konnte ich Wien einfach nicht verlassen. Die „Klimt persönlich“-Ausstellung mit vielen Fotografien, Bildern, Briefen und anderen biographischen Artefakten war gewissermaßen ein Muss für mich als einwöchigen Klimt-Groupie. Da man in allen Wiener Sonderausstellungen jedoch keine Fotos machen darf (wohl aber in den anderen Ausstellungsräumen, so man auf den Blitz verzichtet), sei das obige Foto exemplarisch für alle Museumsbesuche. Wenn es nur immer so hübsch leer gewesen wäre! Im Leopold Museum entdeckte ich übrigens ein sich plötzlich regendes Interesse für die Bilder von Egon Schiele, einem Zeitgenossen Klimts (mit doch ganz anderem Ausdruck). Sehr beeindruckend.
Das letzte Wien-Bild zeigt, lausig durch eine spiegelnde Scheibe im Leopold Museum fotografiert, einen Innenhof im Museumsquartier. Gegenüber ist das mumok und unten eine sehr große, rote Sitzfläche. Klingt profan, ist es eigentlich auch: Sie besteht aus verbundenen, rot lackierten Spanplatten, unter denen sich unterschiedlich hoch gestapelte, leere Wasserkästen befinden. Mit so einfachen Mitteln wurde hier eine „trendige“ (Ja, ich weiß, dieses Wort klingt immer wieder wie eine Bezeichnung aus dem „Goldener Schnitt“-Katalog für Kleidungsstücke, die an jugendliches Aussehen angelehnt sind, es aber eher konterkarrieren. Hier ist es aber ernst gemeint!), günstige und auffällige Sitzgelegenheit für viele, viele Menschen, welche, besonders in den Abend- und Nachtstunden, überragend angenommen wird. Die bunten Sitzmöbel, die hinter dem roten Konstrukt zu sehen sind, heißen Enzo. Leider kann man auf diesem Bild nicht recht erkennen, wie praktisch die Sofa-ähnlichen Multifunktionsliegen sind. Außerdem werden sie in jedem Jahr in einer anderen Farbe lackiert. Cool!
Danach ging es heimwärts. Ein störrischer Busfahrer mit einer völlig freakigen Geschichte, die er lautstark mit den beiden komischen Menschen, die schräg hinter ihm saßen, teilte („Ich hab schon mit 12 angefangen zu rauchen!) bestand zwar darauf, uns bei jeder Rast geräuschvoll und unfreundlich zu wecken, brachte mich freundlicher Weise aber heil nach Dresden.
Mein Reisefazit: Wien, eine Stadt, die nicht nur geographisch irgendwo zwischen Rom und Berlin liegt. Multikulti trifft unendlich viel Kultur und Lebensfreude, ein bisschen Gleichgültigkeit und eine Menge Selbstbewusstsein. Garniert wird all das mit irrsinnig vielen Touristen, einer Portion Wiener Schmäh – und, natürlich, einem Häubchen Schlagobers!
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3 Gedanken zu “Wienbilder VI

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