Wienbilder IV

Dem Gesetz der Serie folgend:

Freitagsfotos

Freitag, oder: Wien ist auch von oben schön! (Und im Dunkeln erst recht.)

Meine Damen und Herren, auf diesem Bild sehen sie die imposante Aussicht auf Wien, vom Leopoldsberg betrachtet. Auf 425 Metern Höhe hat man einen großartigen Rundumblick über die Stadt an der Donau. Diese ist hier übrigens mittig im Bild. Das Nebenärmchen ist die Neue Donau, eine Art künstlich erschaffener Kanal. Das Grünstreifchen dazwischen ist die Donauinsel, Wiens Naherholungsgebiet quasi. Eine Einrichtung, um die ich die Wiener sehr beneide.

Sieht man mal von den klotzig-klobigen, schwarzen Krankenhauskuben ab, so fällt der Blick gleich auf die hübschen Weinberge, in welche Wien gebettet ist. Der Schein trügt nicht: Auf dem Weg zum und auf den Leopoldsberg kamen wir durch diverse Orte (bzw. Bezirke) mit Heurigenlokalen… Standhaft habe ich jedoch aller Versuchung widerstanden! (Es war Vormittag und brütend heiß. Es war leicht, zu widerstehen.)

Sollte Wien von etwas eine Menge haben, dann sind es prächtig ausgeschmückte Kirchen wie diese. Zum Teil mit leicht gruseligen, aber äußerst heiligen Reliquien, die mitunter auch komplette Skelette, teuer gekleidet und in einem schneewittchenartigen Glassarg liegend, sein können. Bizarrer Kult, so gesehen in der oben abgebildeten, irrsinig prunkvollen Peterskirche.
Da sich der Rest des Tages mit Besuchen im Opernmuseum und einigen Läden der Stadt sowie dem Beiwohnen eines Saxophonklassenabends füllte und Bilder davon kaum interessant sind, erfolgt nun ein kleiner Zeitsprung gen Dämmerung und Dunkelheit in Wien. Links ein Bild der Blogautorin auf einer Treppe hinab, mitten auf einem belebten Wiener Platz. Ich hielt sie missverständlich für einen U-Bahn-Eingang und wurde eines besseren belehrt, als unten auf einmal alles verriegelt war. U-Bahnen sind übrigens eine fantastische Erfindung! Sie bewahrten mich vor dem völlig orientierungslosen ÖPNV-Chaos, welches mich normalerweise in fremden Städten befällt. In Wien ist das hübsch: Gerade im ersten Bezirk fällt man nahezu an jeder dritten Ecke in einen U-Bahneinstieg. Zudem sind die kommenden Haltestellen deutlich besser gekennzeichnet als in Berlin, wo ich doch schon einige Male einen Stadtteil kennengelernt habe, den ich gar nicht näher betrachten wollte.
Nach dem bereits angesprochenen Klassenabend an der Musikuni beschloss ich also noch einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Todesmutig trabte ich Richtung Donau und an ihr entlang, um einige kleine Szenen fotographisch festzuhalten (und ganz profan das schöne Wetter zu genießen).
 
Einen hübschen Einfall der Stadt Wien finde ich ja zum Beispiel, dass die Brücken ab einem gewissen Dämmerungsgrad von unten heraus beleutet werden. Jede in einer anderen Farbe. Das gibt der Verbindung aus dem ersten, traditionellen Bezirk in den „modernen“, also von funktionalen Hochhäusern geprägten und sich stetig im Bau befindlichen Bezirk, ein stimmungsvolles Ambiente. Egal, ob das grad geschwollen klingt oder nicht. Tradition muss aber auch sein: Auf der Marienbrücke steht, so muss das sein, auch eine Marienstatue.
 
Wien, Stadt der Götzenverehrung. Neben der omnipräsenten Sissi und dem in diesem Jahr dominierenden Klimt finden sich natürlich auch zwei Musiker unter den Wiener Säulenheiligen: Johann Strauss (Sohn) und Wolfgang Amadeus Mozart. Zum Gedenken an all‘ die berühmten Personen und Persönchen der Wiener reichhaltigen Geschichte wurden an den vielen Häusern, welche mit ihnen einst in Berührung kamen, diverse Täfelchen angebracht. Außerdem befinden sich, damit der geneigte Tourist die Attraktion zielsicher findet, rot-weiße Fähnchen an den betrachtenswerten Gemäuern. Ein freundlicher Service der Stadt Wien.
Sie gehören zu Wien wie Stephansdom und Prater: Die Würstlbuden. Man findet sie wirklich überall und sie erfreuen sich stets großer Beliebtheit.

Trotz unruhiger Hand und stark eingeschränkten Kenntnissen im Fotobereich bin ich ganz froh über die beiden obigen Bilder. Der Weg zum bzw. der Blick auf den Stephansdom, in letzterem Falle auf dessen Dach des Langhauses. Nicht auf dem Bild: Horden von Touristen, die um diese Uhrzeit die Straßen des ersten Bezirkes noch bevölkern. Diese Bezirk-Sache ist übrigens auch sehr hilfreich! Egal, ob ich mich mal kurz in die falsche Gasse verlaufen habe: Dank der Bezirksnummern auf den Straßennamenschildern kann man sich zumindest sicher sein, nicht allzu fern vom Ziel gelandet zu sein.
Nein, das ist keine Kaufhausleuchtreklame. Das ist das Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien im Museumsquartier. Dieses wiederum, genannt MQ (sprich (alberner Weise): Em-Kju), beherbergt auf 90.000m² die verschiedensten Museen und Ausstellungen. Ein beeindruckendes Zentrum kultureller Vielfalt, welches sich mit Platz für digitale Kunst, Ausstellungen für Kinder, dem Architekturzentrum Wien, open space und vielen, vielen andern Angeboten nicht nur an „etablierte Museumsbesucher“ richtet. Vor allem moderne und zeitgenössische Kunst stehen im Vordergrund. Selten habe ich einen Museumskomplex gesehen, der derartig lebendig ist – auch um diese Uhrzeit! Mit außergewöhnliches Sitzgelegenheiten, Boule-Plätzen, Cafes, Bars und Veranstaltungen ist im MQ auch nach Museumsschluss noch eine Menge los.
Der Bericht des Tages soll nicht enden ohne ein obligatorisches Kirche-im-Dunkeln-Bild: Die oben bereits erwähnte Peterskirche.
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