Wienbilder II

Mittwochsfotos

Der erste Tag Wien also. Touriprogramm, ich komme! Der Stephansdom steht an höchster Stelle auf  der Liste, ist klar. Allerdings war ich ein wenig verblüfft, als ich das Innere dieser ziemlich imposanten Kirche betrat: Disneyland, katholisch? Ich persönlich finde ja, die Kirche ist in ihrem inneren Urzustand bereits sehr hübsch, wozu dann bunte Folien in die Fenster kleben, damit alles quietschbunt marmoriert ist? Oh magnum mysterium der Geschmäcker dieser Erde! An meinem letzten Wien-Tag waren die Folien zwar entfernt, ich habe aber nicht noch mal geknipst. Leider kam ich beide Male auch während einer Messe, sodass mir das Fotographieren, selbst wenn ich mich nur im hinteren Kirchenteil aufhalten konnte, unangenehm war. (Vielen anderen übrigens nicht. Genau so wie Eisessen, das selbstverständliche Tragen von Kopfbedeckungen und ähnliches.)

 

Um beim Lateinischen zu bleiben: „Silentium“ Lautet auch der leider nicht zu wichtig genommene Aufruf über dem Eingang zur Kaisergruft, in welcher sich eine große Menge ziemlich imposanter Särge mit ziemlich toten Menschen befinden.

Nicht alle Särge sind so prächtig verziert wie der obige, dafür ist es wirklich beeindruckend, was für Massen an Särgen da drin zu finden sind. verschiedenste Epochen haben da ihre Toten beigesteuert, um sie nun dem mehr oder minder ausgeprägten Kult  der Nachwelt zu überlassen. 
 
Neben ein paar ziemlich lärmenden Bauarbeitern und nicht weniger lärmenden Touristen befanden sich bei den Särgen auch hübsche Kränze, Blumengestecke und dergleichen mehr. Häufig sah man die Aufschrift „Ungarische Monarchisten gedenken“. Und da auch Blumengestecke, auch und gerade an diesem das Endlichste aller Zeiten verdeutlichenden Ort, kein ewiges Leben besitzen, wurde kräftig und lautstark gesäubert! Weg mit dem vertrockneten Andenken-Gemüse! Dabei flugs noch den Staubfeudel geschwungen, den Staubsauger angeworfen – die Gruft muss glänzen! Warum das allerdings während der Öffnungszeiten geschehen muss, bleibt mir verborgen.
Wieder ans Tageslicht gelangt, gelangte ich schnell zur Einsicht, dass Wien rappelvoll mit Kunst ist. Die meiste für die Touristen, einige unverhofft durch die Touristen, und manche einfach so am Straßenrand. Die meisten düsen aber nur von einer Attraktion zur nächsten; Belvedere, Schönbrunn, Museumsquartier, Oper, Stephansdom, Graben, Karlsplatz, Musikverein, Kärntener Straße, Wien Museum, Prater. Schade für die!
Natürlich bin aber auch ich nur ein kleiner Tourist und süchtig nach dem Amüsement der großen Stadt. Also begab ich mich zur Oper, um in den Genuss einer Führung zu kommen. Ein tolles Haus, sehr interessant und natürlich wunderhübsch und beeindruckend. Die Führungen sind klar und sachlich, ein bisschen betrüblich ist allerdings, dass der Führer andere Opernhäuser (zufällig auch die Semperoper) bewusst hat schlecht dastehen lassen wollen. Aber dafür kann das Operhaus ja nichts.
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2 Gedanken zu “Wienbilder II

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