Jazzwahn.

Ich spiele Saxophon. Ja, das ist keine neue Info für viele Leser meines Blogs. Auch nicht, dass ich mich dem klassischen Saxophon verschrieben habe. Von Bach über Debussy, Glasunov und Hindemith bis Ligeti, Glass und Xenakis – da bin ich dabei. Privat landet im meinem CD-Player ohnehin alles, was ordentliche, gewaltige Harmonien hat. Wer kann schließlich jemals etwas gegen ein gewaltiges Orgelwerk von Karg-Ehlert einwenden? Was gibt es gegen Brahms‘ deutsches Requiem zu sagen? Und Mahler, Mahler erst! Oder die Alpensinfonie! Und wer hat behauptet, zu Schönberg könne man nicht entspannen? Das geht genau so gut wie zu Grieg, Mendelssohn oder Schumann.

Und jetzt? Jetzt höre ich aus beruflichen Gründen Jazz und versuche mich da zurechtzufinden. Was mir so häufig doch so gar nicht gelingt. Mit Saxophon und Kopf. Nur gut, dass ich das nicht spielen, sondern nur darüber schreiben muss. Ich habe ja nichts gegen Jazz, im Gegenteil, aber für mich klingt eben vieles davon nach Fahrstuhlmusik. Virtuoser Fahrstuhlmusik, OK, aber Fahrstuhlmusik trotzdem. Und warum wird eigentlich davon ausgegangen, dass man, wenn man Saxophon spielt, automatisch ein Jazz-Auskenner ist?

Wenn ich in 2 Stunden damit fertig bin, werde ich erst mal ein bisschen Wagner zum Runterkommen brauchen.

Wie sagte Louis Armstrong (nein, der war nicht mit dem Fahrrad auf dem Mond!) schon: „If you have to ask what Jazz is, you’ll never know.“ Das sind ja beste Voraussetzungen.

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2 Gedanken zu “Jazzwahn.

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