Weihnachtszeit, Theaterzeit!

Die Adventszeit, ach ja. Besinnlich isse, die Adventszeit, und gemütlich und stollenlastig und glühweinseelig und familiär. Und außerdem ist die Adventszeit die Konzert- und Theaterzeit schlechthin! Kaum wird’s draußen dunkel, rammeln die Leute in die Theater, Opernhäuser, Kirchen und sonstigen Aufführungsräume und sind ganz besessen darauf, den jährlichen Kulturpegel noch mal richtig in die Höhe schnellen zu lassen!
Nun, mir solls Recht sein. Zum Einen bekomme ich dadurch Geld, zum Anderne nehme ich ja auch das Eine oder andere Konzert mit. Aber weil sich diese Seite „Vom Leben gelernt“ nennt und sich das fast ein bisschen anhört wie eine lustige, kleine Ratgeberli-Seite, soll sie diesem Anspruch heute auch mal gerecht werden. Exklusiv für euch: Ein paar Tipps, wie man sich beim Theater- und Konzertpersonal absolut beliebt macht!

1. Getränke mit in den Saal nehmen und verschütten. Oder besser noch: Die Gläser zertreten. Dann aber auch unbedingt jemanden vom Personal holen, der die Sauerei wieder wegmachen muss! Sonst lohnt sich’s nicht. Und außerdem: Wie sieht das hier überhaupt aus bei Ihnen? Tststs!

2. Bei der Garderobenvergabe meckern und drängeln bringt einem immer die Zuneigung der Angestellten ein! Als Tipp ein paar Standartsätze, die immer gut ankommen:

  • „Geht das nicht etwas schneller?“
  • „Frollein, ich war vor dem hier!“
  • „Nu beweeschn Se sisch ar ma ä bissl!“
  • „Geht das nach dem Alter hier bei Ihnen?“

3. Erst 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn kommen, sich dann aber wundern, dass alle anderen die gleiche Idee hatten. Dann lautstark am Einlass über die lange Wartezeit beschweren und das Einlasspersonal dafür verantwortlich machen. Danach aber sollte man darauf bestehen, jetzt noch gemütlich etwas trinken zu wollen. So viel Zeit muss ja wohl sein!

4. Fragen, wo die Kinderbetreuung ist.

5. Wenn man mit Kindern unterwegs ist: beschweren, dass die Sitze so niedrig sind.

6. Wenn man ohne Kinder in einer Verantaltung ist, die schon rein vom Namen her darauf hinweist, dass dort auch viele Kinder sein könnten (Märchen etc.): Unbedingt beschweren, dass so viele Kinder da sind! Die sind laut und stören! Schreckliche Blagen!

7. Bei Konzerten, vor allem in Kirchen, unbedingt versuchen, den Glühwein (alternativ: Die Bratwurst) vom Weihnachtsmarkt draußen mitzunehmen. Vielleicht merkt es ja das Einlasspersonal nicht.

8. Bei Konzerten in Kirchen einen Platz auf der (Minimum) 1. Empore buchen und dann beschweren, dass es hier keinen Fahrstuhl gibt. So eine Wirtschaft aber auch, das hätten die vor 250 Jahren ruhig mal mit einplanen können!

9. Generell gut an kommt auch bei allen, die um einen herumsitzen, wenn man aus der Tasche Plastiktüten und Tupperdosen mit Essen zieht. Schließlich hat man vorgedacht und weiß, dass mitten im Stück der kleine Hunger kommt!

10. Ohne weiteres kann man sich auch ruhig mal laut mit dem Nachbarn unterhalten. Wer doof guckt ist ein Spießer!

11. Ein Muss: Bei Kirchenkonzerten unbedingt mal nach der Garderobe fragen!

12. Auch sehr beliebt: Plätze der günstigsten Kategorie mit eingeschränkter Sicht kaufen, sich dann aber lautstark beim Personal darüber beschweren, dass man nichts sieht. Eine Frechheit, und das bei dem Preis!

So, das war nur das, was mir auf die Schnelle einfällt. Vielleicht ergänze ich noch mal!

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4 Gedanken zu “Weihnachtszeit, Theaterzeit!

  1. „Geht das nach dem Alter hier bei Ihnen?“

    „Ja, und so wie Sie aussehen, müssen Sie wohl noch eine gaaaaaaaaaaaaaanze Weile lang warten.“ 😀

    Punkt 9 ist doch nicht so schlimm, insofern es nicht so viel Lärm verursacht.

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  2. Na da bin ich aber froh, dass meine Mama mir diese Benimmschule schon beigebracht hat.

    Ansonsten stimmt es allerdings, ich bin diesen Monat auf so vielen Konzerten und im Theater wie das ganze Jahr nicht, aber das liegt auch daran, dass gerade jetzt sehr viel Gutes geboten wird, was ich sonst im Jahr nicht habe und ich habe ein Theaterabo, also weiß ich wirklich, wovon ich rede zumindest hier in der Provinz.

    War letzte Woche z.B. in DD, war traumhaft, im Haus der Presse zur Ausstellung, wirklich toll, warst du da auch schon?

    LG SHoushou

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  3. @Stigandr: Meine Standardantwort darauf: „Nein, nach Schönheit!“ 😀

    Zu Punkt 9: Das gehört sich einfach nicht und ist respektlos denen gegenüber, die auf der Bühne stehen!

    @Shoushou: Ich bin auch über jeden froh, der die elterliche Benimmschule mitgemacht hat 😉 Du hast Recht – in der Weihnachtszeit kommt auch meist das beste. Oder vielleicht anders formuliert: Wenn die Theatermacher wissen, dass die Leute ins Theater gehen, holen sie auch die Evergreens raus, um die Säle auch wirklich vollzukriegen. Und: Übers Jahr muss man einfach mehr suchen, um die wirklich richtig tollen Sachen zu finden. Die werden eben nicht so geballt präsentiert und beworben…

    In der Ausstellung war ich noch nicht, vielleicht finde ich noch mal die Zeit dafür! Ich will auch noch mal ins Landhaus…

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