Sounding D >> Dresden

Man hat ja schon von vielem gehört. Kissenschlacht-Flashmobs, Wasserpistolen-Flashmobs, Seifenblasen-Flashmobs, Auf-den-Boden-legen-Flashmobs und der gleichen mehr. Der eine oder andere war vielleicht auch schon bei einem solchen Flashmob dabei. (Die gern genutzte deutsche Übersetzung „Blitzauflauf“ erinnert mich übrigens eher an eine Rubrik aus „Meine Familie und ich“ oder „Kochen und Backen“…!) Aber ein Flashmob-Konzert?
Gut, „Sounding D >> Dresden“ ist kein Flashmob im eigentlichen Sinne. Denn diese zeichnen sich ja dadurch aus, dass vorher niemand davon offiziell weiß und der Informationsfluss über Mundpropaganda und zahlreiche Facebook-Kettennachrichten läuft. Aber „Alle-dürfen-mitspielen“-Konzert hätte sich auch ziemlich dämlich angehört.

Das Prinzip ist einfach: Man druckt sich die Noten aus, übr sie ein und erscheint am 25. August um 17.30 Uhr, vielleicht auch lieber etwas eher (Einspielen, Notenständer aufbauen, gescheiten Nachbarn suchen, Einstimmen… ihr wisst schon), auf dem Dresdner Altmarkt. Dort kommt dann das im stillen Kämmerlein eingeübte zur Aufführung. Klingt nicht ganz neu? Ist es vielleicht auch nicht. Aber interessant. Denn im Gegensatz zu sonstigen Massenchören kommen hier nicht Bach oder Händel, Beethoven oder Berlioz zu Gehör, sondern eine eigens dafür entstandene Auftragskomposition von Carsten Hennig. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Bombastveranstaltungen dieser Art wird sich auch kein Jedi-immitierender, mit leuchtendem Taktstock bewaffneter Dirigent als Massenbändiger versuchen. Vielmehr ist ein System erfunden worden, was mit Farben operiert.

Das ganze ist natürlich neue Musik („Keine Angst vor neuen Tönen!“) und funktioniert wie folgt: Einzelnen Takten wurden Farben zugeordnet. Sobald die jeweilige Farbe in Form eines farbigen Ballons oder einer Farbtafel angezeigt wird, spielt man genau das, was zu dieser Farbe zugeordnet wurde. Da keine konkreten Tempoangaben darüberstehen, beziwht man sich in der Wahl seines Tempos auf das, was man selber unter der jeweiligen Charakterbezeichnung für diesen Abschnitt empfindet (z.B. eben lebhaft, ruhig etc.).

Mitmachen darf jeder, der ein Instrument spielen oder nach Noten singen kann. Neben hoffentlich sehr zahlreichen Laienmusikern werden auch Musiker der Staatskapelle, der Philharmonie und diverser anderer renommierter Ensembles mitwirken. Je mehr Teilnehmer mit ihren unterschiedlichen Instrumenten, desto besser! Bewusst wurde für sehr viele verschiedene Instrumente geschrieben, und auch die Sänger kommen nicht zu kurz.

„Sounding D >> Dresden“ bildet den Auftakt zu einer zweiwöchigen „Tour“ durch Deutschland: Nach dem Konzert startet auf dem Dresdner Hauptbahnhof ein Klangzug seine Reise durch Deutschland um, initiiert vom Netzwerk Neue Musik und in Zusammenarbeit mit dessen geförderten 15 regionalen Verbänden, Neue Musik im Bewusstsein der Menschen einen Schritt nach oben zu befördern. Weg von der Hemmschwelle Konzertsaal, hin zu den Menschen werden zwei Wochen lang etwas andere Töne an vielen Orten und in vielen Aktionen live und über das Internet stattfinden.

Wir sehen uns also am 25. August auf dem Altmarkt! Mir stellt sich nur noch die Frage: Mit welchem Saxophon tauche ich dort auf? Sopran, Alt oder Bariton?

Advertisements

6 Gedanken zu “Sounding D >> Dresden

  1. Schade, dass Freitag bei mir ziemlich stressig wird. Aber vielleicht klappt es ja doch kurzfristig irgendwie, dabei sein zu können. 🙂

    Die Idee finde ich auf jeden Fall toll!

    Gefällt mir

  2. einstimmen?? Du bist hoffnungslos optimistisch… Nimm das Alt, das macht eine evt. Flucht schnell und problemlos möglich. Wäre es in der Nähe, wäre ich dabei. Cool. So wie mein desire;)

    Gefällt mir

  3. @Pottkieker: Ich glaube halt noch an das Gute in… äh… den Instrumenten? Wobei – nach jeder Dienstagsprobe etwas weniger… 😉 Falls es um's Flüchten geht, nehme ich wohl am Besten das Sopransax. Wobei ich mir dann eventuell auch selber den Grund für eine Flucht liefern würde… 😀

    @mehrlicht: Nuuun… Fagott wäre „spektakulärer“, Singen würde weniger Schlepperei bedeuten. Wofür auch immer Sie sich entscheiden – sagen Sie vorher Bescheid! 😉

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s