Viel Lärm um ziemlich wenig

Das war sie also, die MyMusic 2009, zum allerersten Mal in Dresden. Mit „Viel Lärm um ziemlich wenig“ lässt sie sich, glaube ich, am besten beschreiben, denn es war tatsächlich laut – und wenig los. Sowohl von den Besucherzahlen als auch von den Ausstellerzahlen her. Bei letzteren handelte es sich zudem vornehmlich um Händler und weniger um Hersteller, die wirklich namhaften Hersteller waren Dresden gleich ganz fern geblieben. Dies betraf nicht nur den Bereich der Instrumentenbauer, sondern auch die großen Verlage, denen der Weg gen Osten wohl zu weit und unlukrativ erschien. Instrumente und Noten, die mich interessiert hätten, waren jedenfalls keine da – aber na gut, ich war ja auch als Aussteller unterwegs und hatte mich darum wenig zu kümmern. Nur: Auch da schlich uns der Erfolg, wie vielen Anderen, nicht gerade hinterher. Eher mäßiges Interesse ist wohl noch eine nette Umschreibung für die Flaute, die da herrschte. Ein paar Leute konnten wir schon ansprechen und mit Flyern und Daten versorgen, aber ein paar mehr wären uns schon lieb gewesen.
Als nicht wirklich gelungen würde ich auch die Werbung im Vorfeld der Messe betrachten, denn obschon man ab und an Plakate dafür sah, wurden die Workshops und Konzerte, die man mit einer Eintrittskarte kostenlos besuchen konnte, nicht erwähnt. Ebenso z.B. das Konzert des Rundfunkblasorchesters aus Leipzig, die am Samstag einige Titel unter dem Thema „Wendezeiten“ präsentierten. Wer jetzt an zeitgenössische Musik denkt liegt übrigens meilenweit daneben, es handelte sich vielmehr um „die guten alten Meister“ von Bach bis Schostakowitsch, zwischen denen allerdings die Moderatorin mit persönlichen Wende-Eindrücken eine Brücke zu schlagen wusste. Dass die Messehalle 1 dennoch denkbar ungeeignet für dieses Konzert war wird sich jeder, der schon mal mit 6 Trompeten und auch ansonsten vollem Blech konfrontiert wurde, denken können.
Alles in Allem besteht die nachhaltigste Erinnerung an dieses Wochenende aus Schmerzen: Füße, Rücken, Hals, Ohren. 9 Stunden stehen sind doch nichts für mich, und das ganze auch noch in einer Halle, in der diverse Pseudostarmusiker krampfhaft versuchen auf einer Trompete (respektive Tenorhorn, Tuba, Alphorn, Saxophon etc.) möglichst hohe, schrille Töne zu produzieren. Wenigstens etwas, was einen an die Musikmesse in Frankfurt erinnerte.
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7 Gedanken zu “Viel Lärm um ziemlich wenig

  1. Hi, bin heute zum ersten Mal hier und hab noch nicht allzu viel gelesen.. Messen sind immer anstrengend und oft frustrierend, aber wenn Du ein gutes Follow-Up machst, kann hinterher doch noch ein Schuh draus werden 😉 Ich denke an eine Horrormesse im letzen Jahr – nur eine einzige (!!) Order, aber hinterher kamen meine beiden allerbesten und größten Kunden dabei heraus.. da geht also noch was..
    Schließlich kann man ja auch davon ausgehen, dass, wer als Händler auf eine Messe geht, auch Interesse am Produkt hat, oder?
    Wir lesen uns! Herzlichst, Frau Vivaldi

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  2. @pottkieker: naja… wie heißts so schön? au schaden lernt man 😉 obwohl unser schaden ja wenigstens nicht finanziell war! ich denke, da hatten andere wesentlich größere probleme mit…!

    @bluhnah: naja… muss man wohl unter „erfahrung“ verbuchen! aber danke dir trotzdem für dien beileid 😉

    @frau vivaldi: erstmal: herzlich willkommen und was für ein schöner name! 🙂
    was war das denn für eine messe – auch eine musikmesse?
    ich hoffe insgeheim auch ein bisschen, dass es bei uns so wie bei dir ist – dass wir vielleicht wenige erreicht haben, die uns aber dann treu erhalten bleiben.

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