Ihren Ausweis, bitte!

Heute ist Welttag der Organspende. Ein Thema, das meiner Meinung nach immer noch zu wenig in den Medien ist, das nicht selbstverständlich genug in allen Köpfen ist, obwohl es doch so Not tut. Laut der Deutschen Stiftung Organtrantransplantation (DSO) sterben allein Deutschland jährlich ca. 1000 Menschen, weil sie kein Spenderorgan bekommen haben. Nur 14 bis 16 Prozent der Deutschen haben einen Organspendeausweis ausgefüllt. Dabei weiß jeder Aus den Medien, aus dem Biologieunterricht oder aus gesundem Menschenverstand her: Organspende schenkt Leben!

Wie steht’s mit euch? Habt ihr einen Organspendeausweis? Seid ihr Spender?
Und wenn nicht: Warum nicht?

Ich habe seit einigen Jahren einen Spenderausweis. Von mir gibt’s alles – außer Dinge, die mit meinem Kopf zu tun haben (Augen, Hirn). Ich kann mir einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, dass da der Kopf aufgesägt wird. Jaaa, ich weiß, ich bekäme es nicht mehr mit… egal. Will ich nicht.

Übrigens: Auf einem Organspendeausweis kann man auch ankreuzen, dass man bitte komplett ins Grab möchte und lieber nichts spendet. Ist ja auch legitim.

Was ich daran wichtig finde: Man nimmt seinen Angehörigen die Entscheidung ab. Ich möchte niemandem im trauernden Zustand auch noch eine solche Entscheidung zumuten.

Informationen, den Ausweis zum Download und vieles mehr gibt es hier.

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14 Gedanken zu “Ihren Ausweis, bitte!

  1. Danke für den Hinweis. Ich gebe zu, ich habe mich mit diesem Thema noch nie wirklich auseinandergesetzt.

    Obwohl ich wahrscheinlich kein so richtig gutes Gefühl habe, wenn ich dort bei irgendeinem Organ mein Kreuzchen setze…weiß auch nicht… :\

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  2. Vornweg ich hab einen und bei mir kann man ausnahmslos alles haben was man will.
    Theoretisch reicht ja mündlich jemanden die Entscheidung für bzw. gegen sowas mitzuteilen. Prinzipiell halte ich es aber mehr mit der Schriftform, werd mich wohl auch demnächst mal um eine Patientenverfügung kümmern.

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  3. Ich hab auch einen, für alles. Es soll damit so vielen Menschen wie möglich evtl. das Leben gereFall der Fälle. Aber egal, wie jemand entscheidet, der Ausweis ist wichtig.
    Auch, wenn ich beim Ausfüllen ein mulmiges Gefühl hatte.

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  4. Hab' schon seit 20 Jahren einen. Aber ist es nicht trotzdem so, dass auch mit Spenderausweis die Angehörigen gefragt werden müssen. Vielleicht bin ich da auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand…

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  5. ichhabe überdurchschnittlich gute blogleser! 😉 zumindest die, die kommentieren.

    @konrad: die kreuzchen kommen nur bei „ja, spenden“ oder „nein, alles meine!“. wenn du etwas nicht hergeben möchtest, gibts auch noch die option „ja, spenden, aber folgendes nicht:“ und dann trägst du ein, was du behalten möchtest. klar, etwas komisch ist das gefühl schon, wenn man den ausweis ausfüllt. aber einmal bauchgrummeln gegen den nutzen ist, denke ich, in kauf zu nehmen.

    @mary: bei mir ist der auweis auch importemonaie. logo.

    @hasselhoff: ja, theoretisch reicht das. aber trotzdem – im todesfall ist es für mich keine option, den angehörigen dann trotz mündlicher aussage noch diese entscheidung zumuten zu müssen. das mit der patientenverfügung ist natürlich echt vorbildlich! haben auch andere in meinem freundeskreis schon. ich, muss ich zugeben, noch nicht.

    @finchen: ganz genau!

    @bluhnah: ja, in österreicht ist das ja so. in deutschland ist dieser vorschlag, glaube ich, in den 90er jahren abgelehnt worden.

    @koepi: na dann: ausweise gibts zum download auf der obigen seite oder beim arzt bzw. in der nächsten apotheke! dazu gibts auch immer ein sinnvolles begleitheftchen mit allen informationen für zögerer.

    @coco: hm… davon wüsste ich jetzt nicht. kann durchaus sein, ja. ich weiß nicht, ob da persönliche dinge noch mit einbezogen werden müssen. ich denke, wenn klar war, dass der patient zur zeit der unterschrift des ausweises mündig war, müsste man eigentlich angehörige nicht mit der angelegenheit belasten. nur darüber informieren, natürlich.

    @rebhuhn: klasse 🙂

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  6. Ich hab auch schon seit vielen Jahren einen – und bei mir darf auch alles entnommen werden.

    Schon wegen meines Berufes und dem täglichen Umgehen mit dem Warten und Hoffen der Betroffenen gab es für mich nie einen Zweifel an der Organspende!

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  7. Bin immerhin seit ein paar Jahren bei der DKMS-Datei verzeichnet um ggf. Leben zu retten… *hüstel*

    Den Organspende-Ausweis hab ich (unausgefüllt) daheim irgendwo.. und doch ein bißchen schlechtes Gefühl dabei… wer nimmt mir die Angst, daß die Ärzte nicht alles tun, was in deren Macht steht, wenn sie sehen, daß sie mich ausschlachten könnten…? Hmpf.

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  8. @michaela: ja, in dem beruf ist das ja wirklich naheliegend!

    @anonym (steffi?): bei der DKMS bin ich auch registriert.
    ich glaube schon, dass da niemand einfach ausschlachtet, wenn sich die gelegenheit dazu bietet. dafür ist da alles zu sehr geregelt. da muss ja auch ein unabhängiger arzt den hirntod feststellen. und nach einem hirntod wird man ohnehin nicht mehr wieder ganz…

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  9. das ist natürlich echt übel! wobei ich mir das heut eigentlich nicht vorstellen kann… ich z.b. habe meinen aus der apotheke. da fragt ja wohl keiner nach, in welche richtung man sich sexuell orientiert?! und wenn schon – das ist doch völlig egal. dann dürfte ja auch kein raucher dieser ausweis bekommen. oder leute, die regelmäßig medikamente nehmen… und sowas ist mir bisher nicht bekannt.
    auf alle fälle ists ne frechheit, jemandem aus einem solchen grund diesen ausweis zu verweigern!

    man kann sich den ausweis ja auch downloaden… da umgeht man dann auf alle fälle blöde fragen!

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