Teatime!

Jeden Tag das Gleiche. Ich gehe in die Küche und öffne den Schrank über dem Herd. Auf mehreren Regalbrettern ist da verschiedenstes übereinandergestapelt, von Honig und Nutella über Filtertüren und Kaffee bis hin zu diversen Tupperboxen, in diesen Augenblicken Ziele meiner Suche. In ihnen befindet sich Tee. Man kann ja schließlich nicht immer Kaffee trinken, auch wenn ich das ganz gern täte. Aber es ist auch einfach nur schön, sich in dieser Jahreszeit eine frische, heiße Kanne Tee zu kochen – oder auch zwei. Oder drei, so wie ich es momentan mache.
Das oben beschrieben ist ürbigens ein Idealzustand. Kaffee, Filtertüten, Honig, Tupperbüchsen und Nutella stehen zwar in diesem Schrank, aber leider auch alles mögliche andere. Und da dieser Schrank nicht sonderlich tief ist (dahinter befindet sich die Abzugshaube), hat dieses „alles mögliche andere“, welches meistens nicht sonderlich ebene Standflächen hat, die Tendenz zur Flucht. Nach vorn natürlich. In die Arme des Suchenden und, blöder Weise, auf den Herd.
Um das Ganze jetzt wieder in den Tee-Kontext zu bringen: Ich habe weder genug schrankgrößenpassende (Tupper-)Büchsen noch genug Platz für noch mehr Dosen im Schrank, sodass sämtlicher Tee in den Packungen irgendwo dazwischengeklemmt ist. Wacklige Sache, ich weiß, daher auch dei Fluchtgefahr. Das wirklich ärgerliche daran: Warum ist es bei Tee eigentlich immer völlig selbstverständlich, fünftausendvierhundertzwölf Sorten daheim zu haben, von denen man selber mindestens die Hälfte eigentlich nicht trinkt? Woher kommen all die Teesorten, die man nicht mag? Und Warum sind alle, aber auch wirklich restlos alle, angerissen? Und warum sind das dann auch immer lose Tees, bei denen mal, so wie heute geschehen, die Verpackung aufplatzt, sodass man den Herd von einer grün-lilanen Mischung von irgendwas, was aussieht wie eine Mischung aus Puderförmigen Grünpflanzendrogen und Hamsterheu reinigen muss? Wer behauptet eigentlich, das lose Tees besser sind? Es nervt, wenn man jedes Mal erst überlegen muss, wie viel man von irgendwas nehmen muss – und am Ende doch wieder nur farbiges Wasser hat. Und wer hat eigentlich dafür gesorgt, dass dieser Haushalt unmengen von grünem Tee in diversen Pflückungen und Geschmacksrichtungen vorzuweisen hat, die Früchteteeschiene, die doch aber wesentlich näher liegt, völlig unterrepräsentiert, um nicht zu sagen seit vorgestern alle ist? Unverständlich. Nicht, dass mir grüner und Schwarzer Tee nicht schmecken würden, aber dann kann ich auch Kaffee trinken. Ob ich kannenweise Koffein oder Teein in mich reinschütte macht auch keinen großen Unterschied mehr.

Ja, jeder hat nun mal seine Lieblingsteesorten. Der eine trinkt früh gern schwarzen Tee, ich trinke gern Kräutertee – aber warum befindet sich dann eine angerissene, aber trotzdem noch volle Packung Ingwer-Zitronengrastee (igitt! Ingwer!) in diesem Schrank? Wie kommt die da rein?

Ich bin dazu übergegangen, sämtliche Teesorten einfach zusammenzumischen. Ein wenig Grünen davon, etwas Rooibos hiervon, ein bisschen aromatisierten Dingens von hier und die letzten drei Krümel von da. Das Elend muss ein Ende haben. Ich will endlich wieder guten Gewissens Früchtetee (mit Teebeuteln! Manchmal muss es einfach schnell gehen.) trinken können, ohne an die vor-sich-hin-trocknenden tausend Tüten im Schrank über dem Herd denken zu müssen.

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17 Gedanken zu “Teatime!

  1. Vielleicht tröstet es Dich: Bei mir vermehrt sich der Tee auch immer auf mysteriöse Weise. Ich trinke Tee immer nur im Herbst/Winter und finde dann immer wieder neue Teesorten, die sich dazugesellen, da kann ich einfach nicht widerstehen.

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  2. Deine Zeilen sind anregend wie Tee am Morgen – ich kann mir das bildhaft vorstellen und muss sofort grinsen – und denke an meine Teeschublade. Vor ein paar Jahren dacht ich, genau sie wäre meine Rettung – aber der einzige Unterschied ist, dass jetzt alles in der Schublade darunter, anstatt auf der Arbeitsplatte landet.
    Vielleicht sollt ich mal Schubladentee-Mischung anbieten?
    Da hilft nur noch ne Mottenplage, damit man wieder von neuem anfangen kann, Tee zu sammel :-))
    Teeseelige Grüße
    Susanne

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  3. Ich trinke eigentlich nur: Schwarzen Tee mit viel Milch und viel Zucker (permanent), kalten Pfeffitee mit viel Zitrone (im Sommer) weil der wunderbar kühlt und Kamillentee (immer und für mein Leben gern) aber bitte nicht ungesüßt. Mehr Tee brauche ich nicht, Susi schon. Drölfzigtausend Sorten… *augenroll*

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  4. heute war auch meine 1. teeorgie nach dem sommer 🙂
    bin seit montag aus dem 36 grad heissen urlaub zurück und hab die kränk 😦
    hab auch teesorten, die keine/r mag… seltsam seltsam…

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  5. Ich nehme auch gerne den Ingwertee (schlürfe auch grade Kräuter-Ingwer). Ich liiiiebe Ingwer.
    Aber ansonsten kenne ich Deine Problematik… 🙂 Nur daß es sich um ein großes, tiefes Regal handelt und kein Nutella vorhanden ist.

    Liebe Grüße von der verschnupften Steffi

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  6. Eben, immer den Gästen fleißig Tee anbieten. Früher war das mal so Brauch, da gab's den ganzen Tag lang heißen Tee in der Küche. Vielleicht solltest du das wieder einführen. 😉

    Ich besitze immer nur eine Tee-Sorte, am liebsten losen Grüntee.

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  7. PG Tips mit Zucker und Milch. Sonst nix.

    Was narürlich Quatsch ist; aber für alles andere gibt es Wasser (Aldi Medium Sprudel mit dem grünen Etikett), Coca Cola und Ananassaft. Naja, klar, und Kaffee. Den allerdings auch mit Milch und Zucker.

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  8. @coco: doch, das tzröstet mich sehr. wenigstens geht es noch anderen so wie mir 😉

    @wollwerkerin: danke 🙂 schubladentee-mischung klingt wirklich herrlich! 😀

    @mary: schwarter tee mit milch und zucker ist auch lecker, kamillentee mag ich auch, aber pfeffitee ist furchtbar! beim gedanken ans splitternde ceranfeld wird mir allerdings angst und bange… gut, dass das noch nicht passiert ist! 😉

    @bluhnah: ohjeh… nicht krank werden! gute besserung!

    @rebhuhn: verrückt… jeden tee… du bist mir zu flexibel! 😀 gib mir deine adresse… dann gibts auch bald ingwertee 😉 popkick(ät)gmx(punkt)de… 😉

    @mary: siehe rebhuhn!

    @steffi: erstmal gute besserung! und dann: siehe rebhuhn 😉 und keine nutella? das wäre für mich grausam… 😦 ich mach die auch mal in den kaffee… hmmm! ein lecker löffel nutella in den kaffee ist immer ne feine sache!

    @konstantin: gute idee! ich hab auch mal ne tee-bowle gemacht, die war allerdings ne zumutung 😀

    @konrad: ja, kein schlechter gedanke, eine kanne tee habe ich ja auch so immer schon dastehn. dann bräuchte ich nur mal ne bessere (und größere) isolierkanne… losen grünen habe ich auch noch – ich hab mich damals in china gut damit eingedeckt und hab hier noch unmengen davon geschenkt bekommen…

    @zeifi: ja, wir hatten das thema ja schonmal 😉 aber ananassaft? brrr!

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  9. Ich trete den Tee an Rebhuhn ab, mußt den ja jetzt nicht noch zerpflücken! 🙂
    Erkältung wird langsam besser.
    Und ja, ohne Nutella, bin nämlich gegen Haselnüsse allergisch! 🙂
    LG Steffi

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