Internetblogger! – Und alle so: "Yeaahh!"

Verrückt, dieses Internet. Was man da alles finden kann… Kuriositäten, Menschen, Fakten, Interessantes, Langweiliges und noch so vieles mehr. Und manchmal entstehen aus ganz kleinen Sachen dann auf einmal nach dem Domino-Prinzip Dinge, die vorher nicht absehbar waren. Da wird aus einem einzelnen bekritzelten Wahlplakat auf einmal ein Phänomen, worüber die Tagesthemen berichten. Ist’s erstmal bei Nerdcore und Spreeblick gewesen, wird es unzählige male auf anderen Blogs, bei Myspace und facebook gepostet, es entstehen Songs und Remixe (über deren Qualität und Sinn sich sicherlich streiten lässt) und langsam aber sicher entwickelt sich der Gedanke eines Flashmobs. Erst nur in Hamburg, dann in allen weiteren Städten, in denen die Kanzlerin spricht. Irgendwann ist sie schon drauf vorbereitet. Und dann kommen eben auch die Tagesthemen nicht mehr so recht dran vorbei… sich doch ziemlich zu blamieren.

Immer dieses ominöse „Internet“! Herr Hinrichs, bei dem ich zu erst dachte, man hätte Herrn Guttenberg geklont, spricht davon ja regelrecht, als könne es ansteckend sein, ebenso wie bei den „Internetbloggern“. Kann man auch im Radio bloggen? Oder in Zeitungen?
Da gab es auch schonmal jemanden, der sich gegen „Yeahyeahyeah“ gerichtet hat…! Verblüffende Querverweise.
Mal ehrlich: Wer sich diesen Kommentar anhört, weiß auch, warum andernorts nach jedem Kanzlerinnensatz ein völlig inhaltsleeres „Yeaahh!“ gerufen wird. Absolute Realsatire. Ob man sich damit einen Gefallen tut, liebe Tagesthemen? Naja, beim durchschnittlichen Tagesthemenpublikum vielleicht. Das hat immerhin nun auch gelernt, was ein „Blitzauflauf“ ist. Ohne Tomatensoße oder Nudeln!

Im dazugehörigen Spreeblick-Artikel kommentiert Herr Hinrichs übrigens die Kommentare der Spreeblick-Leser (Nr. 103). Die Spreeblick-Leser sollen also die Tagesthemen und Herrn Hinrichs besser kennenlernen… Na, ob denn nicht Herr Hinrichs vielleicht auch mal dieses ominöse Internet, die „Internetgemeinde“ (Amen!) und diese eigenartigen „Internetblogger“ besser kennenlernen sollte?

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8 Gedanken zu “Internetblogger! – Und alle so: "Yeaahh!"

  1. Ich gebe gerne zu, dass mir Frau Merkel ziemlich sympathisch ist.
    Mir geht dieses Gemecker an der Politik allmählich ziemlich auf den Zeiger und ich bin froh, wenn die Wahl endlich vorbei ist. Denn kritisieren und rumnöhlen ist einfach und kann jeder und leider macht es auch jeder. Dass dieses Genörgel aber noch blöder als die Kommentare der Politiker ist, merkt man ja an diesem Beispiel deutlich.

    Und das „Aber wir setzen das alles noch mal ins Internet, damit Sie sich's dort angucken können.“ fand ich spitze. 😀

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  2. zu diesem thema fällt mir immer nur ein, daß ich dieses zwischenrufen als eine ätzende art finde, eine rede zu demontieren. und dann noch 'schade, daß sie sich nicht mit unseren inhalten auseinandersetzt!', nachdem man während der präsentation IHRER inhalte pausenSinnlos 'yeah!' gebrüllt hat; einfach nur lächerlich.

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  3. nun, mir gehts an dieser stelle keineswegs darum, den sinn oder unsinn dieses flashmobs darzustellen. ich halte es auch für eine etwas… nunja… sagen wir drastische art und weise der störung. allerdings muss man sagen: anderswo wird sich zumm kollektiven buh-rufen verabredet. auch nicht besser.

    mir gings eigentlich viel mehr um diese sonderling-behandlung im fernsehen. uuuh. die bösen internetblogger.
    außerdem gibts da noch einiges anderes, was mich an diesem beitrag stört: z.b. die darstellung, als würden alle „yeaahh“-rufer piraten-wähler sein. oder die aussage, dass junge leute (wtf? bis wohin wird eigentlich jung definiert? das ist so ähnlich wie meine oma, die meinen 40jährigen onkel noch einen jugendlichen nannte… fehlt nur, dass das hier auch noch käme) mal besser zuhören sollten. ich kenne da auch nicht-mehr-so-ganz-junge leute, die besser zuhören und aufpassen sollten, wenns ums wählen geht. und die, die da rufen, haben sich meist besser informiert als andere.
    auch irgendwie aufgestoßen ist mir der kommentar mit dem hohen ross, auf dem die vielbeschworene internetgemeinde sitz und von welchem sie mal wieder runterkommen sollte. hier wird einfach allen unterstellt, dass sie leute geringschätzen, die mit social networking im (ominösen!!!) internet nichts zu tun haben. naja, hohes ross… wer im glashaus sitzt, sollte sich nicht bei licht ausziehen.

    @konrad: ich geb dir recht – ewiges gemecker nervt, und vor allem im wahlkampf. ich mach sonntag erst zwei kreuzchen und sonntagnacht dann vermutlich drei, wenn der wahlkampf vorbei ist… 😉 wobei – dann gehts ja eigentlich erst noch mal richtig los, das hauen und stechen.

    den satz mit dem ins internet-stellen find ich auch nicht schlecht. man kann es aber auch anders sehen – sie unterstellt den leuten ja damit geradewegs, dass sie ihr überhaupt nicht zuhören bei dem, was sie da vorn spricht. denke ich allerdings schon.

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  4. Ich denke, es ist nichts wirklich Neues.
    Was man nicht kennt, das verteufelt man, und wenn man Leute nicht mehr mit gezielten Informationen füttern und kontrollieren kann, dann ist das ganz doof für die liebe Tagesschau, die doch auch nichts als die Bild für die vermeintlich Klugen ist. Vermeintlich deshalb, weil 15 Minuten aufbereitetes Geschwätz vorgelesen zu bekommen freiwillige Desinformation ist.

    Liebe Grüße, Sefa

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  5. Aber die Merkel hat doch in diesem Fall recht, dass niemand zuhört. Wer laut rumschreit und „Buh“ und „YEAH!“ ruft, kann unmöglich gleichzeitig aufmerksam zuhören, geschweige denn der Rede inhaltlich folgen.

    Und genau so inhaltlich belanglos wie diese „Yeaaahh!“-Aktion ist ja meistens auch die politische Kritik in den Social Networks, etc. Klar gibt es auch unter Bloggern Fachleute, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben und von denen einige überzeugender argumentieren können als einige hohe Politiker, aber noch viel öfter als solche kontruktiven Beiträge liest man doch Kommentare „Die Merkel ist doch bescheuert.“, „Schäuble = Stasi 2.0“ und „Zenzursula“. Viele können nicht mehr, als immer und immer wieder diese Schlagwörter in den Foren und Blogs anzubringen, was auf Dauer völlig aussagelos ist und logischerweise von außen irgendwann auch nicht mehr ernst genommen werden kann.

    Nachvollziehbar ist auch die Kritik, dass „Internetgemeinde“ von ihrer Kritik nahezu nichts in die reale Welt herauslässt, sondern sich das ganze halt immer nur in niemals zu überblickenden Foren abspielt. Der Grund für diesen Einschluss ist ganz einfach – die Anonymität. Im Internet kann jeder schreiben, was er möchte, man gibt sich eigentlich nie eine Blöße, weil man nicht mehr als ein beliebig ausgewählte User-Name ist. Vor Kritik braucht man sich nicht zu fürchten. Kommt man in Verruf, meldet man sich unter neuem Namen wieder an und schon ist die Sache gegessen. Diesen Vorteil haben die Politiker nicht. Sie müssen jedes Wort sehr wohl überdenken, können sich kaum Fehler leisten und haben selten den entsprechenden Rückhalt, um so richtig provokativ zu argumentieren. Diesen Unterschied sollte man nicht so schnell vergessen und demzufolge kann man auch von einem „hohen Ross“ der Internet-User reden. Auf einer Party ist man unerkannt und mit Maske vorm Gesicht immer selbstbewusster, als wenn man als einziger nackt zwischen allen anderen steht.

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  6. @konrad wer sich wirklich mit den Inhalten von Frau Merkel auseinandersetzen will kann das Parteiprogramm der CDU lesen oder diverse Fernsehauftritte verfolgen. Mag sein das sie Live vielleicht etwas symphatischer daher kommt aber faktisch rasselt sie Live wie im Fernsehen oder sonstigen Presseinterviews ihr Programm runter und fertig. Ich möchte jetzt keine politdiskussion lostreten, dazu hat jeder seine Politische Meinung und über sinn und unsinn einer Yeah Aktion kann man auch streiten fakt ist aber das die öffentlich rechtlichen immer wieder beweisen das sie rentner sender sind so sehr sie sich auch bemühen jugendlich daher zu kommen

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