Fördern und Fordern

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Das LJBO Sachsen auf dem Weg zur CD

Wenn man zwischen dem 13. und 19. April 2009 den Saal des Veranstaltungszentrums „Stadtpark“ in Frankenberg betrat, sah man sich auf den ersten Blick mit einem undurchschaubaren Wust aus Kabeln, Mikrofonen und Stühlen konfrontiert. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich dieses Gewirr allerdings als System: Es war der „Arbeitsplatz“ des Landesjugendblasorchester Sachsens, welches zu seiner ersten Projektphase 2009 zusammengetroffen war. Die Stühle waren natürlich für die Musiker da, die Kabel und Mikrophone für ihre „Mission“: Hieß es 2005 noch im Zuge der China-Reise „Auf dem Weg in die Welt“, so könnte man jetzt „Auf dem Weg zur CD“ als programmatischen Titel des Jahres nehmen. Innerhalb einer Woche galt es, unter der Leitung von Peter Vierneisel die ersten drei Titel für die Ende des Jahres beim Musikverlag Rundel in der Reihe „Sinfonische Bläsermusik“ erscheinende CD aufzunehmen. Auf dem Programm standen Johann Sebastian Bachs ‚Toccata und Fuge in d-Moll’ und der ‚Huldigungsmarsch’ von Richard Wagner, beides in Bearbeitungen von Siegmund Goldhammer, sowie Pavel Staneks ‚Tuba Concerto’ (beeindruckend an der Tuba: Prof. Jörg Wachsmuth aus Dresden).
Dass eine solche CD-Aufnahme ein anspruchsvolles Unterfangen ist, welches allen Musikern des Auswahlorchesters 100%ige Konzentration und höchste Leistung abverlangt, wussten im Vorfeld alle. Dass es jedoch so anstrengend wird, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet. Statt wie sonst knapp 6 Tage Probenzeit in Sätzen, Registern und dem gesamten Orchester zur Verfügung zu haben, waren für Proben dieses Mal lediglich ca. 3 Tage anberaumt, Satzproben gab es keine. Verschärft wurde diese Situation durch einen ganzen Tag, der kurzfristig gestrichen wurde, sodass die Projektphase statt wie geplant am Ostersonntag erst am Ostermontag begann.
Des Weiteren trugen die leider bereits üblichen Besetzungssorgen ihren Teil zu einer angespannten Ausgangssituation bei, ungleich verschärft sogar zu vergangenen Phasen. Es gab kaum ein Register, in dem keine Aushilfe, Verstärkung, professionelle Kraft oder wie auch immer man es nennen möchte, saß; Spitzenreiter waren hierbei die trotz Aushilfen unterbesetzten Klarinetten.
Wie das so ist kommt zu „kein Glück“ meist auch noch „Pech“ hinzu, was in diesem Falle ein grassierendes Virus war, das diverse Musiker schwächte, einen Tag zum Aussetzen oder gar im drastischsten Falle zur kompletten Aufgabe zwang.

Derartige Besetzungssorgen erforderten auch stetige Überarbeitungen des Notentextes. Hier machte sich vor allem Siegmund Goldhammer, der das Orchester die komplette Probenphase begleitete, verdient. Helfend und stets besorgt begleitete er die Musiker bei ihren Aufgaben, sodass man sich schnell einig wurde, dass seine Präsenz eine große Bereicherung für alle war.
Aus familiären Gründen verständlicher Weise nicht anwesend war Thomas Rundel als Vertreter des Verlages, der die CD-Produktion sponsert. In der zweiten Projektphase vom 1. bis 8. August 2009 (Achtung! Geändertes Datum!) wird er jedoch hoffentlich dabei sein. In dieser Phase werden die drei noch fehlenden Titel der CD aufgenommen: Johannes Brahms’ ‚Akademische Festouvertüre’ op. 80 und das ‚Konzertstück Nr.1 für Klarinette, Bassetthorn und Blasorchester’ op. 113 von Felix Mendelssohn Bartholdy, beides in Bearbeitungen von Siegmund Goldhammer, sowie das ‚Nocturno für Harfe, Violoncello und Blasorchester’ von Pavel Stanek.
Die Probespiele für diese Projektphase werden am 11. Juni am Ort der Aufnahme, dem Veranstaltungszentrum Stadtpark in Frankenberg, stattfinden. Teilnehmen können sächsische Musiker im Alter von 14 bis 27, die sich vorher beim SBMV beworben haben.
Es bleibt zu hoffen, dass das Orchester dann zur zweiten Projektphase nicht nur von bösen Viren, sondern auch weitestgehend von Besetzungssorgen befreit ist.

Nichts desto Trotz muss man sagen: Eine solche CD-Aufnahme ist, neben all dem Stress, eine spannende und interessante Erfahrung. Sie verlangt allen Musikern immer volle Konzentration und ganzes Können ab, das geschulte und gnadenlose Ohr des Tonmeisters hört einfach alles. Das in so anstrengenden Situationen ab und an Nerven blank liegen ist nur menschlich, aber das Endergebnis, welches man Ende des Jahres in der Hand halten kann, wird für Vieles entschädigen.

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