Erkenntnis Nr. 9: Ich bin Doppelter Linkshänder!

Gestern habe ich vier kleine, bereits auf Holzrahmen gespannte Leinwände gekauft. Diese wollte ich, logisch, was soll man mit Leinwänden auch sonst sinnvolles machen, bemalen. Ich Trottel! Ich hätte es schon im Geschäft wissen müssen – ich kann das nicht! Bin ich wirklich schon so lange aus der Schule raus, dass die Stunden im Kunstunterricht bereits in Vergessenheit geraten sind? Wöchentlich schier endlose 90 Minuten („Malt eine agressive Linie! Jetzt malt eine traurige Linie. Nun eine lachende Linie.“ und so weiter…) voller entgeisterter, hilfloser Blicke und Mauschelei, um irgendwie alles hinzubekommen und halbwegs wie die geforderte Aufgabe aussehen zu lassen… Und jetzt komme ich Drops tatsächlich von selber auf den Gedanken, etwas zu malen. Ich muss von allen guten Geistern verlassen sein!

Es ist ja nicht so, dass ich nicht gerne male. Und zu einer Sonne, einer Blume und einem Haus für meine zauberhaften kleinen Cousinen reicht’s auch noch, aber alles was über Strichmännchen und besagte Sonne-Blume-Haus-Zeichnungen hinausgeht bin ich einfach zu unbegabt. Mit fällt es ja schon schwer, einen halbwegs ordentlichen Kreis zu zeichnen, geschweige denn irgendetwas gerade zu unterstreichen. Ich habe einfach zwei linke Hände – was besonders daduch dramatisch ist, dass ich Rechtshänder bin.
An Ideen mangelt es mir nicht, ich hätte diverse Einfälle für das Kunstwerk, aber an der Umsetzung hapert es ganz entschieden. Am besten ich mache es wie in Klasse 11: Nur nichts Gegenständliches (was nicht heißen soll, dass ich abstrakt malen könnte…), möglichst alles unklar lassen. Oder in PopArt-Manier… bei meinem eigenen Gesicht ist das einfach zu machen, das Auffälligste an mir ist praktischer Weise meine Brille, die von nicht oder kaum vorhandener Nase, eigentümlich zusammengestrichelten Augen und umgestaltetem Mund (Ha! DIE Idee! Schrift statt Mund!) ablenkt. Aber bei anderen ist das leider wesentlich schwieriger… Pah. Verschenk‘ ich halt 4 kleine Bilder von mir. Geht offensicht nicht anders…

Wobei… nun gut. ich komme zurück auf die ungegenständlichen, bunt zusammengewürfelten Bilder. Vielleicht kann ich da viel eher etwas reißen.

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8 Gedanken zu “Erkenntnis Nr. 9: Ich bin Doppelter Linkshänder!

  1. Du wirst lachen, aber mir ging das gefühlt genauso, tatsächlich aber andersrum!Im Keller stehen drei zusammen gehörende Bilder, die ich vor etwa drei Jahren selber gemalt habe und die in der alten Wohnung über dem Sofa hingen. Ich fand sie furchtbar, irgendwie haben sie mich immer an misslungenen Lebkuchen erinnert. Ich hab sie so wenig gemocht, dass ich schon nicht mal mehr sagen kann, was ich eigentlich malen wollte, deswegen stehen sie jetzt auch im Keller.Das witzige ist aber: Ausnahmslos alle, die sie sahen, fragten wo ich diese tollen Bilder gekauft habe und waren total erstaunt und absolut begeistert, als ich sagte, dass ich sie selber gemalt hab. Mir ist das bis heute total unklar, sie sind echt nix besonderes und nichmal hübsch, aber da offenbar wirklich jeder die Bilder richtig klasse fand, glaub ich, dass die das wohl alle echt ernst gemeint haben…Also mach dir nix draus, wenns dir nicht gefällt. Ein paar geschmacksverirrte Seelen scheint es überall zu geben! ;o)

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  2. @detailsuche: beruhigend! 🙂 meine kunstlehrerin hat damals in meine bilder immer irgendwas reininterpretiert, seelenheil und gefühlslage und stimmung undwasweißichnochalles (ehrlich… da kamen so gespräche wie „theres – wenn du willst, können wir mal drüber reden!“ – ANGST!), das hat mir irgendwie immer meine note gerettet. sie meinte dann „unter diesen gesichtspunkten (welchen eigentlich?!) gesehen ist dein bild sehr aussagekräftig.“ und so. verstehe wer will. verschenk‘ die bilder doch, wenn sie dir nicht gefallen,den anderen dafür sehr?@kessi: autogramme? mit handkuss! nur dass es in meinem fall sehr wertlos sein wird 😉

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  3. Hab eine riesengroße Leinwand im Keller stehen, die hat ein Loch und ein dicker fetter Strich zieht sich über die ganze Leinwand: Zeugnisse meines Wutanfalls. Eigentlich bin ich zeichnerisch gar nicht so unbegabt und ich habe sogar eine Ausbildung in diesem Bereich hinter mir, aber leider steht meine Ungeduld meinem Künstlerdasein im Weg. Wenn es dann nicht auf Anhieb so aussieht wie ich das gerne hätte mutiere ich zum kleinen Kind. Da sind stampfende Füße und knallende Türen noch das kleinste Übel. Mittlerweile bin ich schon so klug Farbe und Pinsel nur dann herauszuholen, wenn ich auch allein zu Hause bin. So kann dann niemand zum unschuldigen Opfer meiner Wut werden.

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  4. Was einem nicht alles einfällt:Irgendwann im Kunsterziehungsunterricht der 9. Klasse habe ich mich mal richtig ins Zeug gelegt, zusammengerissen und mir ordentlich Mühe gegeben. Der einzige Kommentar des Lehrers Herrn Uhlig: „Dos hommse obr ni selbs‘ gemocht?!“Vielen Dank, Du Arsch! Irgendwie stand ich mit ihm auf Kriegsfuß. Lag wohl daran, weil ich mal in der Stunde an den Lehrertisch trat, um ihn etwas zu fragen und dabei (sehr provokativ und für alle anderen 26 Mitschüler gut sichtbar) ein Fläschchen Odolspray auf den Lehrertisch stellte. Er als bekennender Mundgully fühlte sich sofort angesprochen und hat mich unter lautem Radatz aus dem Zimmer gejagt. „Sie stehen jetzt den Rest der Stunde draußen. Machen Sie sich ein paar Gedanken…!“ Und natürlich kam gerade der (stv.) Direktor seines Weges. Na servus.. „Herr K.! Da können Sie mal sehen, wie sich einige Schüler hier benehmen. Ich lasse mir nicht meinen Unterricht stören! Ich nicht! Harrrr!“Wir saßen dann in dessen Büro, tranken den Kaffee der hübschen Sekretärin und unterhielten uns über die Vorzüge schmaler Ibanez-Hälse gegenüber den Brettern der Fender- und Gibson-Modelle. Soviel zum Thema „Der Zeigefinger als Maler“, es war eine eher kurze Karriere.

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  5. traumhafte Geschichten! 😀@“stiggy“: 😀 wunderbar! Genau so hätte sich Frau Vetter meine Linien vermutlich gewünscht… 😉@polkadots: Oha! Das klingt auch nach einer Art Kreativität… allerdings eher destruktiver Kreativität 😉 Vielleicht kannst du es ja al Kunst vermarkten? 😉@Zeifi: Tjaja… so kommts immer. kommt mir seltsam bekannt vor, deine Geschichte… allerdings wars bei mir in Kunst nicht so. Meine Lehrerin hat nicht erkannt, wenn ich etwas nicht selber gemacht habe (bzw. in deinem Fall hätte) – gut für mich! Ich hab nämlich einiges nicht selber gemacht… 😉

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