Erkenntnis Nr. 8: Alles kommt mal wieder, manchmal auch nur wieder hoch.

Mein Kopf müsste eigentlich die Ausmaße eines Hauses – ach, was sag ich – eines Tagebaus, einer Produktionshalle für Flugzeuge oder eines arabischen mindestens-5-Sterne-Hotels in Dubai haben, so viel wie ich da drin habe. Das Schlimme ist nur: Ich behalte zwar eine Menge Zeug, darunter auch eine Menge nutzloses Unsinnwissen, darin – aber leider auch das, was ich gar nicht drinbehalten möchte.
Ich bin vermutlich so eine Art Situationsmessi, ich kann mich an kleinste Dinge erinnern, an Kram, an Nebensächlichkeiten. Der Logik nach behalte ich also auch eine ganze Menge Situationen im Schädel, die da nicht hingehören würden, könnte ich darüber entscheiden.
Der Hauptgrund auf dem meine „Mein Kopf müsste ein Monstergebäude sein“-Theorie basiert ist allerdings neben den bisher aufgelisteten Fakten die Tatsache, dass ich regelrecht zum Bauarbeiter mutiere, sobald da eine Situation aufgetaucht ist, die gelöscht werden müsste. Ich schütte und schütte und schütte irgendwas drüber bis ich ein bisschen Ruhe habe, zumindest erstmal für die nächste Zeit, und bis dahin sammle ich fleißig neue Situationen, mit denen ich die alten immer tiefer zukippen kann… Bis dann eben ein Tag kommt wie heute, an dem ein paar wenige Sätze einen Schacht mehrere Kilometer tief in meinen Erinnerungsberg buddeln und das ganze Gerüst ziemlich schnell zusammenfallen lassen. Wenn ich überlege wie lange ich für das alles gebraucht habe und dann mal vergleiche mit der Zeit, die nötig war, um alles wieder einstürzen zu lassen komme ich zu dem Schluss, dass „Verschütten“ eine total unwirtschaftliche und uneffiziente Angelegenheit ist. Ich machs vermutlich trotzdem weiterhin.

Und jetzt vergrabe ich erstmal wieder das ans Tageslicht gebrachte… Wenn ichs schon aus diversen Gründen nicht richtig verarbeiten kann. Ab in den Tagebau!

PS: Alle, die bei der Gelegenheit an etwas ekliges gedacht haben: Schämt euch. Ein kleines bisschen.
PPS: Alle, die bei der Gelegenheit an Modetrends aus den 70er-90er Jahren gedacht haben: HAHA!

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17 Gedanken zu “Erkenntnis Nr. 8: Alles kommt mal wieder, manchmal auch nur wieder hoch.

  1. Ich versuche es jeden Tag ein wenig tiefer zu verbuddeln. Manchmal bringe ich Jahre in den Baugruben verschiedenster Baustellen zu. Manchmal kommt dann sogar Stahlbeton drauf, auf daß es höchstens Archäologen in 1000 Jahren wiederfänden.

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  2. hm. um diese uhrzeit ist es definitiv zu dunkel, um noch in die sächsische schweiz zu fahren und mir 'n bisschen was abzuhauen. außerdem fällt es vermutlich auf, wenn ich jetzt in der innenstadt anfange mit hammer & meißel (jetzt hätte ich fast hammer und zirkel geschrieben… ich sollte mir gedanken machen!) die frauenkirche, das schloss oder die hofkirche zu bearbeiten. könnte ich doch auf den stahlbeton zurückgreifen?

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