Herzlichen Glückwunsch!

…liebe Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“, zu eurem neuen Konzertsaal. Hat ja lange genug gedauert… 😉 Aber was lange währt, wird endlich gut. Der Anbau am HfM-Gebäude am Wettiner Platz ist also endlich fertig und bespielbar. Aus diesem Anlass veranstaltet die Musikhochschule eine Woche voller Konzerte, die den neuen, ganz in weiß gehaltenen Saal einweihen.
Während die Einweihung bereits am 01.11. durch das Hochschulsinfonieorchester auf der „klassischen Schiene“ stattfand, durften gestern die Jazzer ran – und wie! Die „Jazztaufe“ – und wohl auch die Neugier auf das neue Gebäude – lockte viele Zuschauer aller Alterssschichten Richtung Bahnhof Mitte, vor einem ausverkauften Haus präsentierten verschiedenste Ensemble die Bandbreite der Jazz/Rock/Pop-Ausbildung der Musikhochschule. Höhepunkte im ersten Teil des Konzertes bildeten dabei ein Dozentenensemble um Günter „Baby“ Sommer (dr) und das bemerkenswerte Gitarrenduo „Hands On Strings“, bestehend aus Thomas Fellow und Stephan Bormann, die mit den verschiedensten Saiten die verschiedensten Seiten akkustischer Gitarrenmusik präsentierten. Höhepunkt des ersten Konzertteiles waren mit Sicherheit die beiden Fado-Stücke, mit denen „Hands On Strings“ gemeinsam mit der Sängerin Celine Rudolph das Publikum fesselte.

Der erste Teil des Konzertes gehörte nicht nur den verschiedensten wechselnden besetzungen, sondern auch den Worten. So wurden die offiziellen Dinge, die es noch zu verkünden galt, „abgehandelt“: Günter „Baby“ Sommer wurde offiziell in den Ruhestand entlassen – was weder bedeutet, dass er nun ruhig wäre, noch dass er keine Funktion mehr an der HfM übernimmt. Im Gegenteil – alle sind glücklich, ihn trotzdem noch als Lehrtätigen in ihren Reihen zu haben. An seine Stelle als Honorarprofessor Jazz/Rock/Pop Drums tritt Michael Griener, der sich bereis national wie international einen Namen gemacht hat und schon seit einem Semester eine Lehrtätigkeit an der „Carl Maria von Weber“ inne hat.

Ein weiteres neues Gesicht fand man im Dozentenensemble am Baritonsaxophon: Thomas Zoller hat seit diesem Jahr eine Professur für Komposition/Arrangieren an der Hochschule für Musik in Dresden inne und steuerte auch gleich kompositorisch gelungen etwas zum Abend bei.

Der zweite Teil des Abends gehörte den Studenten. Den Auftakt dafür machte ein Studentenensemble um die Brüder Tomasz und Michael Skulski an den Saxophonen. Ihnen folgte eine ganz besondere Kooperation, welche sich ‚Big Band der HfM meets Günter „Baby“ Sommer‘ nennt und bereits für Baby Sommers Abschlusskonzert entstand. Die sonst von Saxophonist Marko Lackner geleitete Big Band stellte sich völlig auf Baby Sommer ein, der nicht umsonst die zentrale Mitte des Aufbaus ausmachte. Beeindruckend vital und ansteckend fröhlich lenkte er die Studenten und begeisterte gemeinsam mit ihnen das Publikum. Zu Gehör wurden dabei Stücke aus seiner Feder gebracht, die durchaus nicht 0-8-15 waren. In seinem „Hymnus Nr. 4“ zum Beispiel stand ein besonderes Instrument im Vordergrund, welches alle Saxophonistenaugen im Saal glänzen ließ: Das Basssaxophon, dem von einem Studenten die unterschiedlichsten Töne und Klänge abverlangt wurden. Überhaupt waren die Improvisationen eher ausgefallen und originell – sehr passend zu den Stücken. Da kann es auch schonmal vorkommen, dass der Saxophonist sich einen Plastikbecher in den Trichter steckt oder die Musiker frei improvisierend durch den Raum laufen…

Etwas schade war nur, dass der Raum doch akkustisch sehr präsent und somit ziemlich laut ist – auf die höchste der Big Band-Trompeten hätte ich manchmal herzlich gern verzichten können. Ansonsten ist dieser Anbau eine Bereicherung – nicht nur der Überäume wegen… Der futuristisch anmutende, ganz weiße Saal mit seinen zwei Ebenen und dem beidseitigen Zuschauerraum lässt auf viele interessante Konzerte hoffen.

Eines möchte ich an dieser Stelle allerdings noch loswerden: Was ist so toll an Sichtbeton? Eine Verkleidung der Innenwände, die Dank Glasfassade von außen gut sichtbar sind, wäre durchaus wünschenswert gewesen.

Dieses Konzert stellte natürlich noch nicht das Ende der Feierlichkeiten dar. Heut Abend findet das Abschlusskonzert des Internationalen Meisterkurses Horn unter Moderation und Leitung von Prof. Peter Damm statt. Darbegoten werden Hornkonzerte von Strauss und Mozart. Eine sicherlich lohnenswerte Veranstaltung!

Besonders hinweisen möchte ich auch auf den Skandinavischen Abend am Freitag, u.a. mit Mitwirkenden der Partnerhochschule in Oslo und Studenten der HfM Dresden. Dargeboten wird neben den verschiedensten anderen Werken skandinavischer Komponisten auch das Konzert für Violoncello mit Blasorchester von Friedrich Gulda, dass ich alen nur wärmstens an Herz legen kann: Ein erfrischendes, überraschendes und abwechslungsreiches Werk, das an vielen Stellen zum Schmunzeln anregt und sämtliche gängigen Klischees auf die Schippe nimmt.

Eine Übersicht der weiteren, allabendlichen Konzerte der Festwoche, die noch bis zum 09.11.2008 geht, deren Programme sowie weitere Informationen und Fotos zum neuen Anbau/Konzertsaal finden sich auf der Webseite der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“.

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4 Gedanken zu “Herzlichen Glückwunsch!

  1. Mist! Das klingt als hätte ich was verpasst…und ich wär gern dabeigewesen. Und am Freitag kann ich leider nicht, um der ‚Konkurrenz‘ zuzuhören. Hab die Special Brass Force zur Probe geladen. Viel Spaß! 🙂

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  2. Die ‚Special Brass Force‘ alias ‚Cossebaudi Virtuosi‘ ist die schnelle Brass-Eingreiftruppe für musikalische Einsätze aller Art 😉 Aber von der Besetzung her kommt Hammelburg da sehr nah dran – das HAB-Stück haben wir auch im Repertoire 😀

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