Ich mach‘ dir gleich Licht an’s Fahrrad!

für alle, die es noch nicht wissen: ich trage eine rote jacke. sie ist wirklich sehr, sehr rot. nicht dunkelrot wie reife sauerkirschen, sondern intensiv, kräftig, eher so ein feuerlöscher-signal-rot. dazu habe ich normalerweise, zumindest wenn ich in die uni gehe, meine orangefarbene umhängetasche umhängen, die wirklich nicht zu übersehen ist. zum einen, weil sie eine gewisse größe hat, und zum anderen weil sie wirklich so orange ist, dass sie einem ins auge springt. böse zungen sagen sogar, es wäre ein „müllabfuhr-orange“, aber dagegen möchte ich mich vehement verwehren, denn sie hat eigentlich genau die farbe gesunder, vermutlich gespritzter und ziemlich dickschaliger orangen aus dem supermarkt, erste wahl und frisch aufgefüllt.
nicht, das ich zwanghaft auffallen möchte mit dieser jacke/tasche-kombination, ich bin damit weder einzigartig noch sonderlich individuell, aber das man mich sieht, dass denke ich schon. vielmehr: das dachte ich schon. bis heute.

ich gehöre, wie so viele menschen (und studenten ins besondere), zur spezies der im straßenverkehr musikhörenden. allerdings meine ich von mir mit fug und recht behaupten zu dürfen, dass ich meine musik nie laut genug habe, um meine umwelt damit zu terrorisieren, geschweige denn so laut, dass ich gar nichts mehr von meinem umfeld mitbekomme. heute jedoch habe ich auch daran zweifeln müssen.

ich lebe in einer der fahrradfahrerfreundlichsten städte deutschlands, wenn nicht sogar europas, ach, was sag ich, der welt! naja, zumindest ist dresden um einiges fahrradfahrerfreundlicher als zum beispiel halle an der saale. es gibt hier fahrradwege, abgesenkte bordsteine, ja sogar fahrradampeln und wenn man glück hat sogar freundliche autofahrer, die nicht auf fahrradfahrerjagd sind. was also spricht dagegen, einen fahrradweg oder, kamikaze!, sogar die straße zu benutzen?

folgendes geschah: nichtsahnend und unschuldig steige ich aus meiner absoluten lieblingskuschelbuslinie, der 61, freue mich auf die baldige ankunft im trauten heim und, das gebe ich zu, bin mit meinen gedanken weit, weit weg von der kalten, etwas nassen straße, und vor allem weit weg von ende januar. trotz alledem besitze ich noch genug anstand, die verkehrsordnung zu beachten, ich laufe brav über die ampel, dann den fußweg hinauf, immer richtung heimat. nun, leider kam ich nicht weit. nach wenigen metern fußweg mit jamie cullum im ohr fand ich mich auf dem harten boden der wirklichkeit wieder, bestehend aus nassen pflastersteinen – auf dem fußweg. und als ob das noch nicht genug wäre, lag auf meinem rücken, vielmehr auf meiner roten jacke und meiner orangefarbenen tasche, ein junger mann samt fahrrad, welches er mir kurz vorher noch in die waden gefahren hatte.

das ein solcher sturz einen schrecken einjagen kann, verstehe ich ja. aber kann man deswegen nicht trotzdem aufstehen? ich hätte gekonnt, der junge mann auf meiner tasche jedoch anscheinend nicht, denn während mir langsam kalt wurde blickte er erst einmal verblüfft in die gegend. erst als ich ihn sacht darauf hinwies, das ich mir durchaus eine bequemere position vorstellen könnte, richtete er sich und sein fahrrad, etwas ungelenk, auf und bemühte sich eilig um vielmalige entschuldigung. kaputt gegangen schien nichts, weder an ihm und seinem fahrrad.das kann passieren, das sehe ich ein. aber zwei mal in knapp einer woche? auch wenn ich nur in einem der beiden fälle richtig auf dem bauch (und der roten jacke!) lag, gibt mir das doch zu denken.

lieber unbekannter junger mann mit dem fahrrad – was war da los? bin ich so leicht übersehbar? das beschäftigt mich zu tiefst! was kann ich dagegen tun? ich erinnere mich an grellgelbe und -grüne reflektoren in teddy- und autoform, die ich zur schuleinführung bekommen habe. in der grundschulzeit, vor allem deren ersten beiden jahren, haben wir sie gesammelt, einige hatten sie gebündelt am schulranzen. war das cool… vielleicht sollte ich mal auf die suche gehen – ob ich sie noch habe? wenigstens einen teddy? ich sollte mich darum kümmern und sie dann auf meine tasche kleben, um erneute kollisionen zu vermeiden…!

bis dahin: nehmt euch in acht, solltet ihr eine feuerlöscher-signal-rote jacke und eine orangefarbene tasche bemerken. diese kombination ist weder einzigartig noch sonderlich individuell, aber vielleicht seht ihr sie ja doch mal. ob nun mit reflektorenteddy oder ohne.

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3 Gedanken zu “Ich mach‘ dir gleich Licht an’s Fahrrad!

  1. schonmal daran gedacht, dass es auch fahrradfahrer gibt, die zum beispiel auch gerade musik hören und dabei nicht ganz zugegen sind, abgelenkt von musik in träumereien (o.ä.) versinken und dabei auch deine tolle auffällige (?) farbkombi übersehen und auch dich umfahren können.<>und in einer stadt in der es ic schätze mind. 30 000 studenten gibt, kann es auch mal passieren das das ganze 2mal die woche geschieht (zufälle gibts;)

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  2. werte(r) „anonym“,<><>natürlich habe ich daran gedacht. pausenlos. eben wegen dieses zufalls. ich wollte also keineswegs meine person, sondern vielmehr diesen sagenhaften und merkwürdigen zufall in den mittelpunkt stellen. <>ganz ruhig… 😉

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  3. Hmm, wann fliegen normalerweise die Bienen? Schon im Januar? Ich hätte in Biologie besser aufpassen sollen…<>Wäre ich eine Biene, die Ende Januar durch die nassen Dresdner Straßen fliegt, käme ich mir ziemlich, na sagen wir mal, „deplaziert“ vor. Es ist kalt, es ist ungemütlich, es ist (vermutlich) grau – kein Ort für eine Biene! <><>Aber was ist das? Plötzlich leuchtende Farben! Kirschrot! Fruchtiges Orange (wen interessiert schon, ob diese Orangen gespritzt sind?)! Das muß ein tolles Blütenmeer sein – mitten in der Stadt! DAS ist der richtige Ort für eine Biene! Also mit Wonne hinein! Plumps, pardauz, da liegen zwei – t. und Biene nebenbei! <><>Es darf gerätselt werden, ob sich der unbekannte Fahrradfahrer für eine Biene hielt – oder ob es in Dresden fahrradfahrende Bienen gibt! ;O)

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